Tagebuch eine Junggesellen.
Heute ist es derartig kalt, daß ich meine neue Jacke aus dem Schrank
holen konnte. Ist sie erst einmal angewärmt, wird sie schön kuschelig
warm. Auch Handschuhe zog ich über. Das Außentermometer zeigt 4°C an.
Ein. zwei Nächte noch, dann gibt es Frost. Es hängen doch, hinten im
Garten, noch Weintrauben an einem Stock. Das hatte ich nicht gesehen.
Eistrauben dann...haha..,.
Noch 13 Seiten im C-Buch und ich beginne mit Kapitel 10, Funktionen.
Alles zu seiner Zeit, wie man so schön sagt. Tja, da dachte ich heute
über den Spruch "Kleider machen Leute." nach. Sicher war er auch das
Endresultat einer nicht enden wollenden Klatsch- und Tratsch-Gesprächs-
runde. Ich kenne ihn von meiner Oma. Als ich noch sehr klein war, sagte
sie dies einmal, denn ich hatte etwas Neues anzuziehen. Seither denke
ich kaum daran mich fein auszustatten oder möglichst schick zu wirken.
Die Leute, das waren einfach die, die immer irgendwie was zu reden
haben wollten. Sie interessieren mich höchstens gedanklich. Hingegen
mit der neuen, olivgrünen Lederjacke, den schulterlangen Haaren, einem
fein gewachsenen Bart, kann ich mich schon sehen lassen. Fast overdressed
für die Gegend. Aber in der Residenzstadt sorgt der Aufputz höchstens
für Bemerkungen.
Daß ich an Jule Verne denke und wieder beim Tee sitze, ist sicher auch
meinem Tagesablaufplan geschuldet. Zum Duschen hatte ich gestern keine
Lust, es war zu kühl im Bad und wie es jetzt aussieht, geht das erst am
Nachmittag, wenn ich dort das Fenster schliesse. Das tue ich mal eben.
Als Abendbrot öffnete ich mir eine aus meinem Vorat stammende Büchse
Pusta und tat Wasser wie auch Reis hinzu. So blieb für das Mittag heute
noch genug übrig. Vom Kohl muß ich dann etwas wegschneiden, der lagert
aber noch bis morgen. Dann heißt es wieder Tabak, Kaffee und Brot kaufen
fahren, auch an Melissentee habe ich Interesse. Das durch den Alkohol
gestörte Schlafverhalten; ich wache jede Stunde auf, rauche eine und
schlafe dann weiter; kann ich vielleicht damit beheben. Ohne Alk auch
heute weiter - so ist es fein und artig. Immer schön auf die Gesundheit
achten. Und so mute ich mir auch nicht mehr all zu viel Gedankenstress
zu. Die Meditation vorhin beruhigte mich sehr; es gibt weiterhin keine
Komplikationen; ich kann sogar während psychotischer Zustände inzwischen
ruhig bleiben, Tee trinken und ohne ausgebrannt oder überanstrengt zu
werden , die Gedanken einfach laufen lassen. Hin und wieder unterbricht
mich meist Iana und verkürzt damit die normalerweise langen Gedankenketten.
Es ist gut jemanden bei sich zu haben, leidet man an so etwas. Ich hoffe
weiterhin auf vollständige Gesundung. Tat ich in den letzten Monaten mit
den Tabletten experimentieren, hat sich alles nun in einen Normalzustand
geregelt. 1 Gramm Medizin am Tag, dabei bleibt es. Ich bin zufrieden, kann
im Grunde von Glück sprechen und meine Laune ist froh und stetig.
Meine Aufgaben sind erledigt, ich begann sehr früh, war schon um Fünf auf.
Ich möchte noch etwas lesen und der Nachmittag wird vielleicht wieder
zum Spazieren genutzt. Krähen und Elstern sind im Garten zu hören, am
Morgen jetzt immer das Rotschwänzchen mit seinem schnelle Gesang.
Ich konnte in der Früh einen Halbmond im Südosten sehen, jetzt ist es
bewölkt, fast diesig. Die Pappeln sind schon kahl und nahezu alles Laub
gefärbt. Ein weiterer Tee ...